El Salvadors ungesühnte Morde
Martin Maier SJ
Am 16. November 1989 zerrten Militärs in El Salvador sechs Jesuiten und
zwei Hausangestellte nachts aus ihren Betten auf dem Gelände der
Zentralamerikanischen Universität in San Salvador. Im Garten des
Gebäudes wurden sie brutal hingerichtet. Unter den zahllosen Verbrechen
dieser Diktatur rüttelte erst dieses die Welt auf.
20 Jahre später wurde in aller Welt der Ermordeten gedacht. In Nürnberg
hielt Pater Martin Maier SJ, der lange Zeit selbst mit den Jesuiten in
El Salvador gearbeitet hat und die Ermordeten gut kannte, im
Caritas-Pirckheimer-Haus einen bewegenden Vortrag, in dem er auch auf
die Hintergründe und Folgen des Verbrechens einging. Seinen Text hat er
uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Artikel (PDF)
"Contra el Olvido - Gegen das Vergessen"
Das Nürnberger Menschenrechtszentrum führte im Auftrag von InWent (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) und des Auswärtigen Amts einen vierzehntägigen Kurs "Contra el Olvido - Gegen das Vergessen" durch. Die Teilnehmenden waren 17 Fachleute von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen aus sechs lateinamerikanischen Ländern. Vom 27. September bis 10. Oktober haben sie in Berlin, Nürnberg und Ludwigsburg Orte kennen gelernet, die in der erinnerungspolitischen Landschaft Deutschlands von Bedeutung sind.
HIER können Sie die täglichen Blogeinträge der TeilnehmerInnen nachlesen.
HIER können Sie einen kurzen Bericht über die Studenreise lesen.
Seit 20 Jahren für die Menschenrechte
Am 14.10.2009 hat das Nürnberger Menschenrechtszentrum in der Villa Leon sein 20-jähriges Bestehen mit einem rauschenden Fest gefeiert. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Mitwirkende und alle Gäste für ihr zahlreiches Erscheinen, ihre gute Zusammenarbeit in all den Jahren und die vielen Erinnerungen und Denkanstöße an diesem Abend.
In Kürze finden Sie hier eine Fotogalerie.
Einladungskarte
Entwicklung
und Menschenrechte
Michael
Krennerich
Menschenrechte
und Entwicklung haben ein gemeinsames Ziel. In beiden Fällen
geht es um die Freiheit von Not und Furcht sowie um die freie
Entfaltung und die aktive gesellschaftspolitische Teilhabe von
Menschen. Der Beitrag zeigt, auf welche Weise Entwicklung und
Menschenrechte zusammenhängen, behandelt extreme Armut als
Ursache und Ergebnis von Menschenrechtsverletzungen und plädiert
für eine stärkere Berücksichtigung der Menschenrechte
in der Entwicklungszusammenarbeit.
Artikel
(PDF-Datei, 203KB)
Vom
schwierigen Umgang mit Verbrechen gegen die Menschheit"
in Nürnberg und danach
Rainer
Huhle
Verbrechen
gegen die Menschheit" war 1945 der Anklagepunkt im Internationalen
Militärtribunal von Nürnberg, der die größte
Neuerung darstellte. Von den in Nürnberg international angeklagten
Verbrechen sind die Verbrechen gegen die Menschheit
diejenigen, die am stärksten die Fortschritte des Völkerstrafrechts
bestimmt haben. Wie ein Staat seine eigenen Bürger behandelt,
ist seither nicht mehr ausschließlich seine eigene Angelegenheit.
Doch in Nürnberg war dieses Prinzip höchst umstritten,
es wurde noch gar nicht wirklich angewendet. Welche rechtlichen
und politischen Probleme sich hinter diesem Anklagepunkt verbargen,
und wie es schließlich gelang, die Verbrechen gegen
die Menschheit doch als eigenständiges Verbrechen auch
außerhalb von Kriegen zu begreifen und international mit
Strafe zu belegen, zeichnet diese Studie nach.
Artikel
(PDF-Datei, 1,7MB)
Die
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: eine grundlegende
Antwort auf historisches Unrecht
Rainer
Huhle und Michael Krennerich
Die in schlichter
Sprache verfasste AEMR ist ein historisches, zeitgebundenes Dokument,
dem zugleich universelle und aktuelle Bedeutung zukommt. Entstanden
in einer Zeit, in der die Anerkennung der Menschenrechte einen
klaren Kontrapunkt zu den NS-Verbrechen setzte, gab die AEMR auf
konkrete Unrechtserfahrungen allgemeine Antworten, die noch heute
Gültigkeit beanspruchen. Weltweit berufen sich Menschen auf
die AEMR, werden die dort verankerten Rechte unter den konkreten
Bedingungen vor Ort jeweils neu aufgegriffen und aktualisiert.
Trotz der Verankerung und Kodifizierung dieser Prinzipien sind
jedoch die flächendeckende Umsetzung der Menschenrechte sowie
die weltweite Bestrafung von Menschenrechtsverbrechern noch offene
Herausforderungen, die schon vor 60 Jahren benannt wurden.
Artikel
(PDF-Datei, 601KB)
Lateinamerikanische
und karibische Staaten im UN-Menschenrechtsrat
Annäherung
an ein ambivalentes Subjekt
Auf
den 2006 geschaffenen UNO-Menschenrechtsrat richteten sich viele
Hoffnungen. Großenteils wurden sie enttäuscht, weil
die Mitgliedsstaaten ihre Politik nicht wirklich verbesserten.
Theodor Rathgeber, der Beobachter des Forums
Menschenrechte beim Menschenrechtsrat, untersucht im Folgenden
das Verhalten einer Gruppe von eher menschenrechtsfreundlich eingestellten
Staaten: Der Staatengruppe aus Lateinamerika und der Karibik (GRULAC
/ Group of Latin American and Caribbean Countries)
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...
Wie
tritt die EU im internationalen Bereich für
die Menschenrechte ein?
Wolfgang
S.
Heinz und Josephine Liebl
Die
Europäische Union tritt zunehmend als wichtiger Akteur gegenüber
den Nachbarländern, den AKP-Staaten (afrikanische, karibische
und pazifische Staaten) und als regionaler Block bei internationalen
Foren wie den Vereinten Nationen (VN) und der Welthandelsorganisation
(WTO) auf. Wolfgang Heinz und Josephine Liebl gehen in einem Gastbeitrag
der Frage nach, welches Gewicht den Menschenrechten in der EU-Außenpolitik
und als Querschnittsaufgabe zukommt.
Artikel
(PDF-Datei, 249KB)
NMRZ
- Ausstellung From Nuremberg to The Hague bleibt auf
Dauer in USA
Am
30. November unterzeichneten das NMRZ, das Jackson Center und
der einstige Ankläger im Nürnberger Prozess, Whitney
Harris, in Nürnberg eine Vereinbarung, wonach die Ausstellung,
in Absprache mit dem Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut,
dem Robert
H. Jackson Center als Dauerleihgabe übergeben wird. Sie
wird somit in den Räumen des Centers auch in den nächsten
Jahren für die Sache des ICC in dem Land werben, das die
Idee internationaler Strafgerichte einst in Nürnberg so machtvoll
in die Welt setzte, sich aber weigert, dem von mittlerweile 108
Staaten ratifizierten Internationalen Strafgerichtshof beizutreten.
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...
60
Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Unsere
Erwartungen und unsere Aufgaben
von
Volkmar Deile
Volkmar Deile,
lange Jahre Aktiver bei Aktion Sühnezeichen, später
Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International
und bis heute unverzagter Mitstreiter beim Kampf um die Menschenrechte
in Deutschland und weltweit, hielt den Festvortrag bei der Geburtstagsveranstaltung,
mit der das FORUM
MENSCHENRECHTE am 3. Dezember in Berlin der Allgemeinen Erklärung
der Menschenrechte zum Sechzigsten gratulierte. Das Nürnberger
Menschenrechtszentrum ist Mitglied im FORUM
MENSCHENRECHTE und dankt Volkmar Deile für die Gelegenheit,
den Text seines ebenso kritischen wie mutmachenden Vortrags hier
vorzustellen.
Artikel
(PDF-Datei, 100KB)
Das
Recht, das uns zu Menschen macht
Ein Rückblick
auf die
Tagung in Nürnberg 20.-22.11.2008
Das "Nürnberger
Menschenrechtszentrum" und die "Stiftung Erinnerung
Verantwortung Zukunft" hatten zu der Tagung mit dem Ziel
eingeladen, Brücken zwischen historischer und Menschenrechtsbildung
zu schlagen. Was können wir als Menschenrechtler aus der
Geschichte lernen? Und was bedeutet die Entwicklung der Menschenrechte
für das Verständnis historischer Prozesse? Gekommen
waren Fachleute und Interessierte aus beiden Bereichen, aus Deutschland
und dem Ausland.
Dieser kurze
Bericht will keine Auswertung der Tagung vorwegnehmen. Er ist
eine Sammlung persönlicher Wahrnehmungen und Gedanken eines
Beteiligten, die in beispielhaften Ausschnitten einen Eindruck
des Charakters der Tagung vermitteln wollen. Presseberichte und
ein Teil der Vorträge finden sich auf der Homepage www.konferenz-nuernberg08.de.
Bericht
(PDF-Datei, 69KB)
Fotogalerie
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Menschenrechte als Querschnittspolitik!
Im Jahr 2008
legte die Bundesregierung einen umfassenden Bericht über
ihre Menschenrechtspolitik dem Deutschen Bundestag vor. Wie bereits
zum Vorgängerbericht aus dem Jahre 2005 wurde Michael Krennerich
als Sachverständiger zur Öffentlichen Anhörung
in den Menschenrechtsausschuss des Bundestages eingeladen, um
den Bericht zu kommentieren. Die schriftliche Stellungnahme ist
nachstehend abgedruckt.
Artikel
(PDF-Datei, 272KB)
Die
lateinamerikanische Menschenrechtsbewegung
von
Rainer Huhle
Menschenrechte
als Antwort auf Unrechtserfahrungen diese Sicht auf
die Menschenrechte, ihre Entstehung, Entwicklung und Durchsetzung
hat sich, zum Beispiel im Rückblick auf den Nationalsozialismus
und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, als sehr
produktiv erwiesen. Der Blick auf die Entwicklung in Lateinamerika
zeigt, wie gerade auch dort die lange schlummernde Idee der Menschenrechte
erst dann aufgegriffen und zu einer kraftvollen Bewegung wird,
als verschiedene Länder mit brutalen Militärdiktaturen
überzogen werden.
Artikel
(PDF-Datei, 282KB)