 |
Stein
|
|
Leva" - Zwangsrekrutierung
Halbplastik aus Piedra de Huamanga von Julio Gálvez,
Ayacucho 1987
|
|
|
|
Die Praxis der Militärs, durch die Dörfer zu ziehen,
die männlichen Jugendlichen zusammen zu treiben und
sie für den Militärdienst - oft genug mit Gewalt
- mitzunehmen, hat immer wieder tiefe Wunden in die bäuerliche
Gesellschaft geschlagen und bittere Erinnerungen hinterlassen.
In der Volkskunst Ayacuchos ist die "leva" ein
häufiges Motiv.
Julio
Gálvez zeigt in seiner Skulptur nicht nur die berittenen
Militärs, wie sie eine große Zahl junger Männer
gefesselt wegführen, sondern auch, wie die Dorfgemeinde
darauf reagiert: Dem Beamten, der über der ganzen Szene
thront und über die Rekrutierung Buch führt, werden
Geschenke gebracht, um ihn umzustimmen. Weinende Frauen
und Männer begleiten den Zug. Und wie alle wichtigen
Ereignisse wird auch dieser ungewollte Abschied mit Alkohol
und Musik begleitet.
|
|
|
 |
|
|
|
|
Geburt auf dem Lande
Vollplastik aus Piedra de Huamanga von Julio Gálvez,
Ayacucho 1987
|
|
|
Diese Miniatur ist nicht nur eines der Meisterwerke von
Julio Gálvez. Geschaffen in einem Jahr, in dem Tod
und Gewalt in Ayacucho erneut zunahmen, sollte die ungewöhnliche
Darstellung der Entstehung neuen Lebens auch ein Zeichen
setzen.
|
|
 |
|
|
|
|
Die Hinrichtung von Túpac Amaru
Halbplastik aus Piedra de Huamanga von Cirilo Gálvez,
Ayacucho 1988
|
|
|
|
Vor dem
Hintergrund der Jesuitenkirche von Cuzco entfaltet sich,
in außerordentlich gekonnter Nutzung des knappen Raumes,
ein dramatisches Geschehen.
"José Gabriel Thupa Amaro Inga" war der
bekannteste Anführer der letzten Serie von indigenen
Aufständen gegen die Spanier, die im letzten Drittel
des 18. Jahrhunderts vor allem in den südlichen Anden
stattfanden. 1781 inszenierten die Spanier seinen Tod und
den seiner Familie als großes abschreckendes Spektakel
auf dem zentralen Platz von Cuzco. Túpac Amaru wird
von vier Pferden zerrissen, seine Frau Micaela Bastidas,
die aktiv an den Kämpfen teilgenommen hatte, und sein
Sohn werden gehängt. Diese Szenen gruben sich tief
ins kollektive Gedächtnis Perus und ganz Lateinamerikas
ein.
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
© Copyright
2004, Nürnberger Menschenrechtszentrum
buero@menschenrechte.org
|
|