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NMRZ


Bilder


Pascuas - Das Fest
Artes de Sarwa, Lima 1988


Weihnachten ist im Dorf Sarwa auch der Zeitpunkt, zu dem die Amtsträger neu gewählt werden. Dass ihre Würde nur von der Gemeinde geliehen ist, machen die Bräuche bei dieser Gelegenheit deutlich. In der Bildinschrift heißt es:
"Am letzten Weihnachtstag, dem 26. Dezember erhalten die Amts- und Würdenträger des Dorfes Besuch von Narren und Hirtentänzern mit Schellen und neuen Kleidern."


Huamani Pampay - Auf der Wiese bei den Berggöttern
Artes de Sarwa, Lima 1988


Viele Bilder der Maler aus Sarwa zeigen Szenen der Dorftradition und des bäuerlichen Lebens. Auf diesem Bild ist ein traditioneller "Retablo" zu sehen, der bei diesen Ritualen mitgeführt wurde. Im Textfeld heißt es dazu:
"Nach dem Fest der Markierung des Viehs vergraben der Opferpriester und sein Gehilfe besondere Gaben: auf dem Tischtuch sind Früchte, Blumen, Maisbier, Cocablätter und Wein. Zum Klang der kleinen Trommel und des Kuhhorns werden die Gaben in einem Ritual den Berggöttern geweiht."


Onqoy (Wahnsinn)


Tafelbild aus der Werkstatt ADAPS in Lima. Dort haben sich Migranten und Flüchtlinge aus dem Dorf Sarwa im Süden Ayacuchos zusammengefunden, um die reiche Tradition der Malerei in ihrem Dorf fortzusetzen. Auf ihren Bildern gaben sie im Lauf der Jahre einen umfassenden Einblick in die Gebräuche und Ereignisse ihres Dorfes. Aber auch die Ereignisse der Gegenwart fehlten nicht. Die Angriffe des Sendero Luminoso, die brutalen Straßenkontrollen der Militärs, die Überfälle der bewaffneten Polizei, alles hielten sie in detailgenauen Bildern und in sarkastischen Bildkommentaren fest. Unser Bildausschnitt zeigt, wie ein Trupp des Sendero Luminoso das Dorf umstellt. Im dazugehörigen Text heißt es:

"Mit Maschinenpistolen, Messern, Bomben und der Fahne, und in verschiedener Kleidung kamen fremde Elemente als Eindringlinge in die Dorfgemeinde. Haus für Haus holten sie die Angehörigen der Gemeinde hervor und zwangen sie unter Drohungen, an einer Versammlung teilzunehmen und ihren falschen Versprechungen von sozialer Gerechtigkeit und besserem Lebensstandard zuzuhören. Die einfachen unschuldigen Bauern, die nur Quechua sprechen, und ihre eigene traditionelle Weltanschauung haben, verstehen die Rede und die Versprechungen der Fremden nicht. Verwirrt durch den Wechsel in ihrem Leben flehen sie die Berggötter und die Schutzheiligen der Gemeinde dringend um Schutz an."


Maldecidos - Die Verfluchten
Artes de Sarwa, Lima 1988


Auch die Gewalt der Militärs wird heftig gegeißelt :
"In verschiedenen Gemeinden und auf Wegen in die Stadt halten die verfluchten Militärs mit Schlägen und Fußtritten unschuldige und wehrlose Menschen fest, auf der Suche nach den eingedrungenen Übeltätern, den tollwütigen Terroristen. Durstig und hungrig und halbtot werden die Festgenommenen in die Stadt geführt, wo sie von Leuten gerichtet werden, die keine Ahnung vom traditionellen Leben haben, das seine Wurzeln in der Inkazeit hat."


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