Home
 


Foto
Über unser Logo

Seit seiner Gründung im Jahr 1989 führt das "Dokumentations- und Informationszentrum Menschenrechte in Lateinamerika" (DIML) in seinem Briefkopf und im Titel der Zeitschrift "memoria" ein Foto von Benito Ramírez, Lehrer aus dem Dorf Todos Santos Cuchumatán im Norden Guatemalas. Auch als sich das DIML zum "Nürnberger Menschenrechtszentrum" ausweitete, behielten wir das Foto als Logo bei. Welch schöneres Symbol für ein Menschenrechtsdokumentationszentrum könnte es geben als einen indigenen Lehrer, der, den Bleistift gezückt, mit dem Hut seine Bücher behütet?

Wir hatten das Foto in einem Bildband des deutschen Fotografen Hans Namuth entdeckt, der als Siebzehnjähriger Deutschland verlassen musste, im schlimmen Jahr 1933, "als Hitler ausbrach", wie er selbst es ausdrückte. In der ersten Nummer unserer Zeitschrift "memoria" erzählten wir die Geschichte dieses Fotos und warum wir es als Symbol unserer Arbeit verstehen.

Über viele Jahre hat Hans Namuth Todos Santos immer wieder besucht. Jedesmal fotografierte er die Einwohner, bis er sie nahezu alle aufgenommen hatte. Diese Fotos finden sich in dem wunderbaren Buch "Los Todos Santeros", das der Nishen-Verlag publiziert hat (Berlin 1989).

Jahrelang kannten wir Benito Ramírez nur als Fotografie. Wir hatten sogar befürchtet, er könne ein Opfer des schmutzigen Krieges in Guatemala geworden sein, der auch die Sierra de Cuchumatán nicht verschont hatte. Bis wir eines Tages ein bewegendes e-mail von Professor Robert Sitler von der Stetson University in Florida erhielten. Er hatte auf unserer Website den Artikel über Benito Ramírez gelesen und ihn auf dem Foto sofort erkannt.

Robert Sitler schrieb uns, dass Benito die Jahre der Repression überlebt hatte und wieder in seinem Dorf lebte und arbeitete. So wurde das Foto für uns nicht nur ein Symbol für die Bewahrung der Erinnerung und die Liebe zu Büchern, sondern auch für das Leben.

Es dauerte noch einmal ein paar Jahre, ehe wir endlich den wirklichen Benito Ramírez in seinem Dorf kennen lernen konnten. In einem langen Gespräch erzählte er uns von Hans Namuth, von den dunklen Jahren in seiner Heimat, von seinen Erlebnissen und seinen Plänen. Und er ließ sich noch einmal fotografieren, an genau der gleichen Stelle vor der Dorfkirche, wo Hans Namuth das Foto aufgenommen hatte, das zum Logo des Nürnberger Menschenrechtszentrums geworden ist.

 

 

Home | Español | Aktuelles | Diskussion | Menschenrechte | Strafjustiz | Straflosigkeit | Lateinamerika | Bildung | Vergangenheit | Nürnberg | Beiträge | Archiv | Rezensionen | Rev. Memoria | Site Map | Kontakt | Links

© Copyright 2005, Nürnberger Menschenrechtszentrum

 

Inicio/Home Startseite/Inicio/Home Startseite/Inicio/Home