Máximo Ricardo Wettengel
M. R. Wettengel wurde am 24.01.1946 als drittes Kind seiner Eltern in Lomas de Zamora, Argentinien geboren.
Sein Vater, Christian Salomon Wettengel, wurde am 31.12.1902 in Hof geboren. Er emigrierte im Jahre 1923 aus Deutschland. Er war gelernter Schlosser und arbeitete in der Metallbranche, bis er sich im Jahre 1940 selbständig machte.
Seine Mutter war Edith Wettengel, geb. Bauer. Diese wurde am 1.10.1914 in Wien geboren, wo sie auch zur Schule ging. Sie kam 1928 als kleines Mädchen mit ihrer Mutter nach Buenos Aires. Nach ihrer Heirat erwarb sie durch ihren Mann die deutsche Staatsangehörigkeit. Ihre Kinder hatten demnach sowohl die deutsche als auch die argentinische Staatsangehörigkeit.
M.R. Wettengel machte sein Abitur in Lomas de Zamora, besuchte dann zunächst für etwa drei Semester die Universität in La Plata (Ingenieurswesen) und studierte später an der Universidad de Buenos Aires Soziologie. 1971 kam er nach Deutschland, wo er zwei Jahre arbeitete. Als er nach Argentinien zurück kam ließ er sich im Landesinneren nieder.
Am 12. Juni 1976 erhielt der Vater einen anonymen Anruf. Es wurde ihm mitgeteilt, dass Máximo Ricardo am 10.6. 1976 in Corrientes verhaftet worden sei.
Christian Salomon Wettengel wurde am 15. Juni 1976 bei der Polizeibehörde vorstellig, um sich die Verhaftung bestätigen zu lassen und deren Ursache zu erfahren. Dort sah er seinen Sohn zufällig im Gefängnishof, konnte aber nicht mit ihm sprechen. Noch am selben Tag führte der Vater ein Gespräch mit dem Generalinspektor der Polizei, der ihm erklärte, dass für den Fall seines Sohnes nur das Militär zuständig sei. Weitere Versuche, Gespräche mit den zuständigen Stellen zu führen, scheiterten.
Anfang Juli 1976 jedoch wurde Christian Wettengel erneut von einem Hauptmann empfangen, der ihm mitteilte, dass Máximo Ricardo schon in Freiheit sei.
Als Weihnachten und Neujahr näher kamen und der Vermisste noch immer nicht erschienen war, führte der Vater wieder ein Gespräch mit demselben Hauptmann, der ihm erklärte, Máximo Ricardo sei bereits freigelassen. Ein anderer Hauptmann bestätigte, dass Máximo Ricardo schon am 15. Juni 1976 aus der Haft entlassen worden wäre. Da keiner der beiden erklären konnte, was der Grund für die Verhaftung gewesen war, wandte sich Christian Wettengel an den Polizeichef von Resistencia, in der Provinz Chaco. Dieser sagte ihm wörtlich, dass "sein Sohn verhaftet worden sei, weil er einer militärpolitischen Organisation angehört habe".
Máximo Ricardo Wettengel ist bis zum heutigen Tag verschwunden. Alle Nachforschungen (mehrere Habeas Corpus, Anzeigen bei der Deutschen Botschaft, der Asamblea Permanente de Derechos Humanos, bei der UNO, bei Amnesty International etc.) seiner mittlerweile verstorbenen Eltern blieben ergebnislos.
Nunmehr kümmert sich seine Schwester, Luisa Wettengel, um die Aufklärung seines Schicksals und eine Strafverfolgung der Täter.