Adriana Rut Marcus
Adriana Rut Marcus wurde am 12.10.1955 in Buenos Aires geboren, sie besaß die deutsche Staatsbürgerschaft, die sie erhielt, weil ihre Eltern beide Deutsche jüdischer Abstammung waren die 1933 Deutschland verlassen mussten.
Adriana studierte zum Zeitpunkt ihrer Entführung Medizin und absolvierte gerade ein Praktikum im Hospital Mariano Castex.
Am 26.08.1978 wurde sie beim Betreten ihrer Wohnung von mehreren Männern zu Boden geworfen, gefesselt und ihr wurde eine Kapuze über den Kopf gestülpt. Sie wurde in die ESMA gebracht und dort geschlagen, bedroht und gefoltert.
Admiral Massera und mehrere andere Offiziere zwangen verschiedene Gefangene zur Arbeit, so auch Adriana. Es wurde ihr erklärt, dass man ihre "Reintegration" in die Gesellschaft wünsche. Sie musste mehrere Monate lang Übersetzungsarbeiten leisten.
Masseras Ziel war es, einige Gefangene am Leben zu halten, um sich diese zu Nutzen zu machen.
Während dieser Zeit durfte sie gelegentlich Kontakt mit ihren Eltern haben. Diesen wurde von den Militärs nahegelegt, das Habeas-Corpus-Gesuch zurückzuziehen, das sie nach der Entführung ihrer Tochter eingereicht hatten. Ihnen wurde gedroht, dass sonst das Leben ihrer Tochter in Gefahr sei.
Am 24. April 1979 wurde Adriana aus der ESMA "entlassen", unter der Bedingung weiterhin für Massera und seine Offiziere zu arbeiten. Schließlich gelang es ihr, nach Peru auszureisen, wo sie ihr Studium fortsetzen konnte.
Nach Beendigung der Diktatur wurde sie von Militärs bezichtigt, an der Entführung von Heinrich Metz beteiligt gewesen zu sein.
Nach ihrer Aussage vor einem Bundesgericht im Jahre 1987 wurde sie von diesem Verdacht freigesprochen.