Ausstellung

Familie Weisz

 

Marcelo Weisz, Sohn von Ernesto Weisz, ist das Kind von aus Deutschland geflohenen Juden, die Mutter stammt aus Köln.

Er arbeitete in Buenos Aires in der BANSUD-Bank.

Am 16.2.1978 wurde er zusammen mit seiner Frau, Susana Gonzalez de Weisz und seinem Sohn vor der Tür der BANSUD-Bank entführt.

Das Ehepaar Weisz wurde in das geheime Haftlager El Banco verschleppt.

Das Kind wurde noch am Tag der Entführung der Schwiegermutter zurückgegeben.

Fast ein Jahr lang brachten drei Folterknechte jeden Samstag das junge Ehepaar für einen zweistündigen Besuch ins Haus von Marcelo Weisz‘ Eltern. Die deutsche Botschaft war informiert, aber um Marcelo und Susana nicht zu gefährden, unternahm sie nichts. Im Januar 1979 endeten die Besuche.

Ein überlebender Zeuge berichtet, dass Marcelo bei einer „Verlegungsaktion" („Verlegung" bedeutete meistens Tod) aus dem Lager gebracht wurde. Als die Wächter, die die Gefangenen begleitet hatten, ins Lager zurückkehrten, trug einer von ihnen Marcelos Halskette, von der sich dieser niemals getrennt hätte.

Mordgeständnis ohne Folgen vor laufenden Kameras

Es gab keine weiteren Nachrichten von Marcelo und Susana, bis im Jahr 1997 der Polizeisergeant der Bundespolizei, Hector Julio Simon, vor laufenden Kameras in einem Fernsehprogramm von América Televisión erklärte, dass er Marcelo und Susana Weisz getötet habe. Aufgrund der in Argentinien herrschenden Straflosigkeit kann er nicht juristisch belangt werden.

 

1. Impressum / Titelbild
2. Der Nürnberger Prozess Teil 1
3. Der Nürnberger Prozess Teil 2

4. Von Nürnberg nach Den Haag

5. Militärputsch in Argentinien: 24.3.1976

6. Klaus Zieschank

7. Die Familie Oesterheld (1)

8. Die Familie Oesterheld (2)

9. Familie Weisz

10. Ruben Santiago Bauer

11. Aus Deutschland vertrieben ...

12. Elisabeth Käsemann (1)

13. Elisabeth Käsemann (2)

14. Máximo Ricardo Wettengel

15. Mercedes-Benz und die argent. Militärdiktatur

16. Deutsche und deutschstämmige Opfer

17. „Koalition gegen Straflosigkeit" (1)

18. „Koalition gegen Straflosigkeit" (2)

19. Juristische Begründungen der Anzeigen

20. Fälle, die in Deutschland zur Anzeige kamen

21. Wanted! – Gesucht wird!

22. Psychosoziale Folgen von Straflosigkeit

23. Postkartenaktion Käsemann

24. Ausleihmodalitäten