Ausstellung

 

Von Nürnberg nach Den Haag

Das Versprechen von Nürnberg, dass künftige Verbrechen gegen die Menschheit international gerichtet würden, blieb während des Kalten Krieges unerfüllt. Zwar sah die UN-Konvention gegen den Völkermord von 1948 einen Internationalen Strafgerichtshof für dieses Verbrechen vor - doch eingerichtet wurde er nie.

Erst ein halbes Jahrhundert später wurden erstmals wieder zwei internationale Sondergerichtshöfe eingerichtet: Der Jugoslawiengerichtshof in Den Haag und der Ruandagerichtshof in Arusha (Tansania). Beide arbeiten noch heute. Ihr größter Schönheitsfehler: Sie beruhen nicht auf internationalen Verträgen, sondern wurden gezielt von einem politischen Gremium, dem UN-Sicherheitsrat eingesetzt.

Heute sieht es so aus, als brächte wenigstens das 21. Jahrhundert einen wirklichen allgemeinen internationalen Strafgerichtshof für alle schweren Menschenrechtsverbrechen zu Stande. Im Juni 1998 wurde das Statut des künftigen Gerichtshofes verabschiedet. 139 Staaten haben es unterzeichnet, über 60 auch bereits ratifiziert, darunter die Bundesrepublik Deutschland.

Ironie der Geschichte: Die USA tun heute alles, um den Internationalen Strafgerichtshof zu hintertreiben. 1945 hatte der US-Ankläger Robert Jackson in Nürnberg erklärt: "Denn wir dürfen niemals vergessen, dass nach dem gleichen Maß, mit dem wir die Angeklagten heute messen, auch wir morgen von der Geschichte gemessen werden."

Chronologie des Völkerstrafrechts

1872

Gustave Moynier (Mitgründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz) schlägt Schaffung eines Weltstrafgerichtshofs vor

1921

Leipziger Kriegsverbrechertribunal

1945-46

Nürnberger Militärtribunal (IMT)

1946-48

Tokioter Militärtribunal (IMTFE)

1947

Einsetzung der Völkerrechtskommission zur Kodifizierung des Völkerrechts durch die UN-Generalversammlung

1993

Internationaler Strafgerichtshof für das frühere Jugoslawien (ICTY) in Den Haag errichtet

1995

Internationaler Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) in Arusha nimmt Arbeit auf

1996

Kommission zur Errichtung des IStGH eingesetzt

15.06.- 17.07.1998

Die Staatenkonferenz von Rom beschließt das Statut des Internationalen

Strafgerichtshofs

2002/3?

Der Internationale Strafgerichtshof nimmt in Den Haag seine Arbeit auf

1. Impressum / Titelbild
2. Der Nürnberger Prozess Teil 1
3. Der Nürnberger Prozess Teil 2

4. Von Nürnberg nach Den Haag

5. Militärputsch in Argentinien: 24.3.1976

6. Klaus Zieschank

7. Die Familie Oesterheld (1)

8. Die Familie Oesterheld (2)

9. Familie Weisz

10. Ruben Santiago Bauer

11. Aus Deutschland vertrieben ...

12. Elisabeth Käsemann (1)

13. Elisabeth Käsemann (2)

14. Máximo Ricardo Wettengel

15. Mercedes-Benz und die argent. Militärdiktatur

16. Deutsche und deutschstämmige Opfer

17. „Koalition gegen Straflosigkeit" (1)

18. „Koalition gegen Straflosigkeit" (2)

19. Juristische Begründungen der Anzeigen

20. Fälle, die in Deutschland zur Anzeige kamen

21. Wanted! – Gesucht wird!

22. Psychosoziale Folgen von Straflosigkeit

23. Postkartenaktion Käsemann

24. Ausleihmodalitäten