Mercedes-Benz und die argentinische Militärdiktatur
Am
28.9.1999 reichte der Berliner Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck, im Namen des
Bundesvorstandes des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins e.V. (RAV),
eine Strafanzeige ein, wegen des Verdachts des Mordes, der Geiselnahme und der
gefährlichen Körperverletzung gegen Jorge Rafael Videla und Emilio Eduardo
Massera, Mitglieder der Militärjunta und Juan Tasselkraut, sowie andere
unbekannte Verantwortliche der Mercedes-Benz Niederlassung in Gonzalez Catan,
Provinz Buenos Aires, während der argentinischen Militärdiktatur.
Juan Tasselkraut war Werksleiter der o .g. Niederlassung des schwäbischen Konzerns.
Laut „Nunca Mas", Bericht der argentinischen Untersuchungskommission CONADEP, waren ungefähr 30 % aller Verschwundenen Arbeiter und ca. 18 % Angestellte.
Die Verfolgung der Arbeiterbewegung reichte bis zur Betriebsbesetzung durch die Streitkräfte (Ford) und die Errichtung eines Folterlagers innerhalb des Werksgeländes (Acindar).
Damit wurde auch das politische Gewicht der Arbeiterbewegung insgesamt drastisch reduziert.
Der Fall Mercedes-Benz Argentina
Die eingereichte Anklage basiert auf einer Reportage der deutschen Journalistin Gaby Weber über die Verschwundenen von Mercedes-Benz Argentina.
Frau Weber fand heraus, dass bei Mercedes-Benz acht der aktiven Betriebsräte verschwanden. Es handelt sich um Vizzini, Reimer, Gigena, Arenas, Nunez, Belmonte, Del Conte sowie Hugo Ventura. Mercedes-Benz zahlte zehn Jahre lang den Hinterbliebenen der acht genannten verschwundenen Betriebsräte eine Art Rente aus.
Die Umstände legen nahe, dass Polizei und Militärs gemeinsam mit den Verantwortlichen des Werkes handelten. Die an der deutschen Botschaft in Buenos Aires vor kurzem stattgefundenen Zeugenvernehmungen erhärten den Verdacht gegen den ehemaligen Werksleiter Tasselkraut auf Beihilfe zum Mord.
Weitere Information im Internet unter:
http://www.labournet.de/branchen/auto/dc/
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