Máximo Ricardo Wettengel
M.
R. Wettengel wurde am 24.01.1946 als drittes Kind seiner Eltern in Lomas de
Zamora, Argentinien geboren.
Sein Vater wurde in Hof geboren und wanderte im Jahre 1923 nach Argentinien aus.
Seine Mutter Edith, geb. Bauer, wurde in Wien geboren, wo sie auch zur Schule ging. Da sie Jüdin war, musste sie aus Österreich fliehen.
M. R. Wettengel machte sein Abitur und studierte Ingenieurswesen und später Soziologie.
Am 12. Juni 1976 erhielt der Vater einen anonymen Anruf. Es wurde ihm mitgeteilt, dass Máximo Ricardo am 10.6.1976 in Corrientes verhaftet worden sei.
Christian Salomon Wettengel wurde am 15. Juni 1976 bei der Polizeibehörde vorstellig, um sich die Verhaftung bestätigen zu lassen und deren Ursache zu erfahren. Dort sah er seinen Sohn, konnte aber nicht mit ihm sprechen.
Anfang Juli 1976 jedoch wurde Christian Wettengel erneut von einem Hauptmann empfangen, der ihm mitteilte, dass Máximo Ricardo schon in Freiheit sei.
Als Weihnachten und Neujahr näher kamen und der Vermisste noch immer nicht erschienen war, führte der Vater wieder ein Gespräch mit demselben Hauptmann, der ihm erklärte, Máximo Ricardo sei bereits freigelassen. Ein anderer Hauptmann bestätigte, dass Máximo Ricardo schon am 15. Juni 1976 aus der Haft entlassen worden wäre. Da keiner der beiden erklären konnte, was der Grund für die Verhaftung gewesen war, wandte sich Christian Wettengel an den Polizeichef von Resistencia, in der Provinz Chaco. Dieser sagte ihm wörtlich, dass "sein Sohn verhaftet worden sei, weil er einer militärpolitischen Organisation angehört habe".
Anzeige
in Deutschland
Máximo Ricardo Wettengel ist bis zum heutigen Tag verschwunden. Alle Nachforschungen seiner mittlerweile verstorbenen Eltern blieben ergebnislos.
Nunmehr kümmert sich seine Schwester, Luisa Wettengel, um die Aufklärung seines Schicksals und eine Strafverfolgung der Täter. Am 21. März 2001 überreichte Luisa Wettengel persönlich Justizministerin Däubler-Gmehlin eine Strafanzeige gegen argentinische Militärs.
1. Impressum / Titelbild
2. Der Nürnberger Prozess Teil 1
3. Der Nürnberger Prozess Teil 2
4. Von Nürnberg nach Den Haag
5. Militärputsch in Argentinien: 24.3.1976
6. Klaus Zieschank
7. Die Familie Oesterheld (1)
8. Die Familie Oesterheld (2)
9. Familie Weisz
10. Ruben Santiago Bauer
11. Aus Deutschland vertrieben ...
12. Elisabeth Käsemann (1)
13. Elisabeth Käsemann (2)
14. Máximo Ricardo Wettengel
15. Mercedes-Benz und die argent. Militärdiktatur
16. Deutsche und deutschstämmige Opfer
17. „Koalition gegen Straflosigkeit" (1)
18. „Koalition gegen Straflosigkeit" (2)
19. Juristische Begründungen der Anzeigen
20. Fälle, die in Deutschland zur Anzeige kamen
21. Wanted! – Gesucht wird!
22. Psychosoziale Folgen von Straflosigkeit
23. Postkartenaktion Käsemann
24. Ausleihmodalitäten