Friedensnobelpreisträger
Perez Esquivel unterstützt die Koalition gegen Straflosigkeit
Im Verlauf einer Deutschland - Rundreise im
September 2001 traf sich der argentinische Friedensnobelpreisträger,
Adolfo Perez Esquivel, zu einem Gespräch mit Staatsminister Dr. Ludger Volmer, am
17.09.2001 in Berlin.
Dabei waren auch Mitarbeiter des deutschen
Außenministeriums und Stefan Herbst von der "Koalition gegen
Straflosigkeit" anwesend. Im Verlauf des Gesprächs wies Perez Esquivel auf die Bedeutung der
laufenden Strafverfahren gegen argentinische Militärs
in der
Bundesrepublik hin. Die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern machen diese Verfahren für
die argentinische Bevölkerung besonders wichtig.
Aufklärung über das Schicksal der
Verschwundenen, sei immer noch eine aktuelle
Forderung des argentinische Volkes,
versicherte der Leiter der Menschenrechtsorganistion SERPAJ.
Staatsminister Volmer erinnerte daran, dass
die Regierung der Bundesrepublik
die vom ehemaligen Bundespräsidenten Herzog
versprochene Öffnung der Archive der deutschen Botschaft in Buenos Aires
durchgeführt
hätte.
Bezogen auf die aktuelle Situation sagte er,
dass die Bundesregierung die Gründe für
die Nichtzusammenarbeit der
argentinischen Regierung bei den Rechtshilfeersuchen nicht verstehen könnte.
"Das ist und bleibt ein Thema auf höchster Ebene", sagte
Staatsminister
Volmer.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs mahnte
Perez Esquivel noch einmal die Konditionalisierung von
Wirtschaftsbeziehungen an. Es sei wichtig, Wirtschaftsbeziehungen von
ethischen Bedingungen abhängig zu machen.
Die Einführung von Menschenrechtsklauseln
sollten dabei eine große Rolle spielen. Dies solle die Bundesrepublik
Deutschland in den bilateralen Verhandlungen mit den Ländern berücksichtigen.
So sollte auch das Recht auf Wahrheit und
Gerechtigkeit bei den bilateralen Gesprächen mit der argentinischen Regierung
eingefordert werden. Dabei handle es sich hierbei nicht um eine Frage der
Vergangenheit sondern um eine Frage, die höchste Bedeutung für die Gegenwart des
Landes habe. Sonst stehe das Land in Gefahr, die alten Fehler erneut zu begehen,
versicherte Perez Esquivel.
Ludger Volmer betonte, dass der
institutionelle Dialog zu Fragen der Demokratieentwicklung und Menschenrechte ein
stetiger Teil der deutschen Außenpolitik sei.
Im weiteren Verlauf der Rundreise traf sich
Perez Esquivel zu einem kurzen Gespräch mit dem ermittelnden Staatsanwalt
Grandpair, von der Staatsanwaltschaft
Nürnberg
- Fürth, in der fränkischen Metropole.
