
Am
11.07.2001 hat das Amtsgericht Nürnberg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg
- Fürth Haftbefehl gegen den ehemaligen General Carlos Guillermo Suarez Mason
erlassen. Suarez Mason, ehemaliger Chef des I. Heereskorps und Kommandeur der
Zone 1 der früheren Militärjunta, wird zur Last gelegt, für die Folter und
Ermordung von Elisabeth Käsemann verantwortlich gewesen zu sein.
Die
"Koalition gegen Straflosigkeit" begrüßt diesen internationalen
Haftbefehl nachdrücklich. "Das ist ein Durchbruch in Deutschland bei der
internationalen Strafverfolgung schwerer Menschenrechtsverletzungen", sagte
der Sprecher der Koalition, Pfarrer Kuno Hauck. "Dieser Haftbefehl aus Nürnberg
ist eine Botschaft der deutschen Justizbehörden, dass himmelschreiendes Unrecht
nicht tatenlos hingenommen werden kann". Für die "Koalition
gegen Straflosigkeit" ist nun die deutsche Politik am Zuge. "Es liegt
an der Bundesregierung, ob diesem Haftbefehl Folge geleistet wird", betonte
der Sprecher der "Koalition gegen Straflosigkeit".
Darüber
hinaus ist der Haftbefehl ein eindeutiges Signal an die Opfer und Familienangehörigen.
"Dieser Haftbefehl ist der Anfang einer moralischen und juristischen
Wiedergutmachung für die Opfer. Die Untätigkeit der Justizbehörden in der
Zeit der Militärdiktatur hat tiefe Wunden geschlagen", sagte der
Anwalt des Falles Käsemann, Roland Beckert.
Auf
dem langen und schweren Weg, den der Vater der ermordeten Elisabeth Käsemann
nach ihrem Verschwinden 1977 begonnen hat, gibt es nach 25 Jahren einen neuen
Hoffnungsschimmer. "Auch wenn Professor Ernst Käsemann dies nicht mehr
miterleben kann, ist es besonders für die Familie und Freunde von Elisabeth Käsemann
und für alle, die sich schon in den 70er Jahren für ihre Rettung eingesetzt
haben, ein großer Tag", erklärte Rechtsanwalt Beckert.
Die
"Koalition gegen Straflosigkeit" sieht sich durch diesen
internationalen Haftbefehl gestärkt. "Suarez Mason ist nur der erste aus
einer langen Liste von Verbrechern, die wir zur Anzeige gebracht haben. Wir
erhoffen nun, dass auch in den anderen Fällen mit Nachdruck ermittelt
wird", erklärte Stefan Herbst von der
Missionszentrale der Franziskaner.
In
der schriftlichen Begründung des Haftbefehls wird erläutert, dass die
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben haben, dass Suarez Mason unter dem
dringenden Tatverdacht des Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der
Freiheitsberaubung an Elisabeth Käsemann steht. Darüber hinaus bestünde
Fluchtgefahr des Beschuldigten.
Hervorzuheben
ist, dass ein deutsches Gericht folgendes festgestellt hat: "Der
Beschuldigte, der die physische Vernichtung eines Menschen allein wegen
dessen anderer politischen Einstellung anordnete, handelte auch aus
niedrigen Beweggründen" (um bereits begangene Straftaten zu verdecken).
![]()