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Fall Alicia Nora Oppenheimer

Alicia Nora Oppenheimer ist am 02.02.1954 in Rivadavia, Argentinien geboren. Sie ist die Tochter von Alfred Oppenheimer (28.12.1919 in Altenlotheim, Deutschland geboren) und Olga Oppenheimer (05.03.1926 in Buenos Aires, Argentinien geboren).
Alfred Oppenheimer mußte 1935-36 Deutschland aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung der Juden verlassen und wanderte nach Argentinien aus. Am 11.03.1948 heirateten Alfred und Olga Oppenheimer in Argentinien.

Alicia Nora studierte Jura und hat sich auf Arbeitsrecht spezialisiert. Ihre humanistische Einstellung bewog sie, sich politisch zu engagieren, worauf hin sie in den Armenviertel von Buenos Aires tätig war.

Am Morgen des 31.07.1976 erkundigten sich zwei Zivilpolizisten nach Alicia Nora an ihrer Arbeitsstelle in der Firma IL-AR (La Pampa 2475, Stadtteil Belgrano, Buenos Aires). Nachdem ihre Identität festgestellt wurde, wurde sie von den o.g. Zivilpolizisten abgeführt "zur Klärung einer Angelegenheit", hieß es.
Familie Oppenheimer erhielt am nächsten Tag (ein Sonntag) einen Telephonanruf eines fremden Mannes. Sie wurden mit Alicia Nora verbunden, die sagte: "Mami, ich weiß nicht, wo ich bin. Sie tun mir nichts. Montags komme ich nicht nach Hause". Diese Anrufe wiederholten sich in den nächsten Tagen, und die Festgehaltene bat, niemanden über die Entführung zu erzählen in der Hoffnung, in den nächsten Tagen freizukommen. Am 02.08.1976 reichte Frau Oppenheimer einen Habeas Corpus - Gesuch bei einem Richter der Stadt Buenos Aires ein.

Frau Oppenheimer meldete sich am 18.8.1976 beim argentinischen Innenministerium, wo eine Akte zum Fall ihrer Tochter angelegt wurde (Nr.184840). Am 2.11.1976 rief Alicia Nora zum letzten Mal ihre Familie an. Im Gegensatz zu den vorherigen Gesprächen machte sie ihrer Mutter keinerlei Hoffnungen und weinte am Telefon.

Frau Oppenheimer erkundigte sich auch nach dem Verbleib ihrer Tochter beim I. Armeekorps, mit Sitz in Buenos Aires, der damals unter der Leitung des Generals Carlos Suárez Mason stand. Ein Sergeant dieser Einheit rief Frau Oppenheimer mehrmals an und versicherte ihr, daß es der Tochter gut ging.
Olga Oppenheimer wandte sich in schriftlicher Form am 13.01.1977 an den Diktator Videla . 1977 und 1979 reichte sie verschiedene Anträge vor Gericht ein, die alle unbeantwortet blieben.

 

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