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Postkartenkampagne für die Wiederaufnahme des Falles Frederico Jorge Tatter

(Zeitraum von Dez. 2006 - Apr. 2007)

Liebe Freundinnen und Freunde der Koalition gegen Straflosigkeit, wir möchten nochmal um Eure Unterstützung bitten:

Am 08.09.2006 wurde das Ermittlungsverfahren im Fall Frederico Jorge Tatter wieder aufgenommen, doch bereits am 24.10.2006 hat die Nürnberger Staatsanwaltschaft das Verfahren erneut eingestellt. Zuvor hatte Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck verschiedene Dokumente aus dem "Archivos del terror" ("Archiv des Terrors") und der paraguayischen Justiz an die Nürnberger Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Zu den Dokumenten gehörten:


1. ein Haftbefehl gegen den ehemaligen Präsidenten Paraguays Alfredo Stroessner seitens des Strafgerichtshofes von Asunción/Paraguay, ausgestellt am 15. September 2004. Als Begründung des Haftbefehls ist das Verschwindenlassen von Frederico Jorge Tatter genannt. Nach Untersuchung der paraguayischen Justiz, war Frederico Jorge Tatter im Rahmen der Operation "Condor" entführt worden. Außerdem ergab die Untersuchung, dass es für das Verschwindenlassen Frederico Jorge Tatters eine Zusammenarbeit der Regierung Argentiniens mit der Regierung Paraguays bedurfte.

2. ein Entschädigungsbeschluss für Frau Idalina Tatter, ausgestellt in Paraguay am 09. Dezember 2005. Der Beschluss bestätigt, dass Frederico Tatter im Oktober 1976 in Buenos Aires, Argentinien, festgenommen wurde. Hier gibt Martin Almada als Zeuge an, dass Frederico Tatter von der politischen Polizei der paraguayischen Regierung jener Zeit von Buenos Aires nach Asuncion gebracht wurde. Paraguay hat die "Interamerikanische Konvention gegen Verschwindenlassen" unterzeichnet, in welcher das Verschwindenlassen als Mord angesehen wird.

Im Gegensatz zur argentinischen und paraguayischen Justiz, für welche Verschwindenlassen gleich Mord bedeutet, hat die Nürnberger Staatsanwaltschaft, laut Einstellungsbescheid, keine neue Fakten über das Schicksal von Frederico Jorge Tatter nach seiner Verschleppung ausfindig machen können. So entschied sie sich das Verfahren abermals einzustellen.

Die Koalition gegen Straflosigkeit geht mit diesem Ergebnis nicht konform und möchte nun zu einer Postkartenkampagne aufrufen.

Die Postkarten

Wir bitten Sie deshalb um Ihre Unterstützung für diese Postkartenkampagne!
Beteiligen Sie sich an unserer Aktion und schicken Sie die Postkarten direkt an die angegebenen Adressen!

Für Rückfragen und weitere Postkarten über unsere Fälle stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung. Falls Sie noch weitere Postkarten benötigen, können Sie diese gerne im Büro der Koalition gegen Straflosigkeit bestellen.

Mit freundlichen Grüßen

Esteban Cuya
Koalition gegen Straflosigkeit in Argentinien

 


© Copyright 2006, Nürnberger Menschenrechtszentrum

 
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