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Koalition:
Nürnberger Staatsanwaltschaft wird weiter ermitteln - Erfolg
im Kampf gegen die Straflosigkeit.
Pressemitteilung
Nürnberg 22.09.2006.-
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wird neben den
Verfahren Käsemann und Zieschank auch im Fall des in Argentinien
verschwundenen Deutsch-Paraguayers Federico Tatter weiter ermitteln.
Seit 2004 hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg einen Großteil
der Strafverfahren gegen argentinische Militärs eingestellt,
die aufgrund der seit 1998 erstatteten Strafanzeigen des Menschenrechtsbündnis
"Koalition gegen Straflosigkeit" wegen in Argentinien
verschwundener und ermordeter Deutscher und Deutschstämmiger
geführt wurden.
Neben den Haftbefehlen in den Fällen Käsemann und Zieschank
konnte die Koalition aufgrund der Recherchen ihres Anwaltes Wolfgang
Kaleck die Fortführung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft
im Fall Tatter erreichen.
Der Fall von Jorge Federico Tatter, dessen Vater aus Deutschland
in die von Nietzsches Schwester gegründete Kolonie "Nueva
Germania" in Paraguay ausgewandert war, ist ein Beispiel für
die Zusammenarbeit der südamerikanischen Diktaturen im Bereich
der Repression. Jorge Tatter war mit seiner Familie schon 1963 wegen
politischer Verfolgung aus Paraguay nach Argentinien geflohen. Dort
wurde er 1976 von argentinischen Häschern entführt und
"verschwand" spurlos.
Als nach Ende der Stroessner-Diktatur die sog. "Archive des
Terrors" in Paraguay aufgefunden wurden, fanden sich dort auch
Fotos des Gefangenen Jorge Federico Tatter - im selben Anzug, den
er am Tag seiner Entführung in Argentinien getragen hatte.
Offenbar war er von den Argentiniern nach Paraguay überstellt
worden. Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Verfolgung
politischer Gegner war im Rahmen des sog. "Plan Condor"
zwischen beiden Staaten geregelt. Jorge Tatters Witwe Idalina kämpft
seit nunmehr 30 Jahren darum, die Wahrheit über seinen Tod
zu erfahren und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.
Neue Beweismittel aus den "Archiven des Terrors", die
der für den Fall zuständige Anwalt Wolfgang Kaleck persönlich
in Paraguay beschafft hat, haben nun auch die Staatsanwaltschaft
Nürnberg überzeugt, die Ermittlungen in diesem Fall wieder
aufnehmen: Zuvor hatte sie den Fall wegen unzureichender Beweislage
eingestellt.
Die Beschuldigten in diesem Fall sind u.a. der ehemalige argentinische
Präsident Jorge Rafael Videla, die Ex-Generäle Antonio
Domingo Bussi und Jorge Olivera Rovere sowie der Admiral Eduardo
Massera. In mindestens neun weiteren Fällen, die von der Staatsanwaltschaft
und der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg eingestellt worden
waren, bereitet die Koalition zur Zeit einen Klageerzwingungsantrag
bei dem Oberlandesgericht Nürnberg vor.
Ansprechpartner/Innen zu dieser Presseinformation:
Dr. Angelika Denzler, Sprecherin der Koalition: Tel.: 07041 941035
Rechtsanwält Wolfgang Kaleck, Sprecher der Koalition: Tel.:
030-446 79212
Kampagnenkoordinator: Esteban Cuya, Tel.: 0911 230 55 50 Fax: 230-5551
Handy: 0175 442 3192
Umfangreiche Informationen zur Koalition gegen Straflosigkeit im
Internet:
Homepage: http://www.menschenrechte.org/Menschenrechte/Koalition.htm

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